Der Tunnel in Königs Wusterhausen – Ein Jahrhundertprojekt für die Stadt
Die Stadt Königs Wusterhausen hatte mit dem Neubau der Eisenbahnunterführung an der Storkower Straße eines ihrer größten Infrastrukturprojekte der letzten Jahrzehnte umgesetzt. Ziel war es, die bis dahin stark eingeschränkte Verbindung zwischen der Ost- und Westseite der Stadt zu verbessern und den Verkehr rund um den Bahnhof dauerhaft zu entlasten.Hintergrund und Zielsetzung
Die alte Bahnunterführung an der Storkower Straße war über viele Jahre ein Engpass für den Straßenverkehr. Hohe Fahrzeuge wie Busse oder LKW konnten sie nicht passieren, und auch für Fußgänger und Radfahrer war die Passage beengt und unübersichtlich.
Mit dem Neubau der Unterführung wollte die Stadt gemeinsam mit der Deutschen Bahn eine moderne, leistungsfähige Verbindung schaffen, die allen Verkehrsteilnehmern gerecht werden konnte.Planung und technische Daten
Die Planungen begannen bereits mehrere Jahre vor dem Baustart. Das Projekt sah eine Durchfahrtshöhe von 3,70 Metern und zwei jeweils 4,25 Meter breite Fahrspuren vor. Beidseitig wurden Gehwege angelegt, sodass künftig auch Fußgänger sicher durch den Tunnel gelangen konnten. Die Fahrbahn musste für die neue Unterführung deutlich abgesenkt werden, um die erforderliche Durchfahrtshöhe zu erreichen. Der massive Betonrahmen des Tunnels wurde im August 2024 in die vorbereitete Baugrube eingeschoben – ein zentraler Meilenstein des Projekts.Bauverlauf
Der Bau hatte im Sommer 2022 begonnen. In dieser Zeit war die Storkower Straße vollständig gesperrt, wodurch es über zwei Jahre hinweg zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kam.
Der Tunnelbau galt als die größte und aufwendigste Straßenbaustelle der Region. Neben der Unterführung selbst wurden auch neue Straßenanschlüsse, Leitungen und ein Kreisverkehr auf der Ostseite errichtet. Die Deutsche Bahn war für die Eisenbahnüberführung verantwortlich, während die Stadt Königs Wusterhausen die angrenzende Straßeninfrastruktur plante. Mehrfach kam es zu Verzögerungen, sodass sich die ursprünglich für Ende 2024 geplante Eröffnung auf Herbst 2025 verschob.
Die Verkehrsfreigabe wurde schließlich für den 28. November 2025 angekündigt.Auswirkungen auf Verkehr und Alltag
Während der Bauzeit mussten Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger großräumige Umleitungen nutzen, etwa über die Brückenstraße und Fichtestraße.
Auch der öffentliche Nahverkehr war betroffen: Buslinien wurden umgeleitet, und auf der Bahnstrecke zwischen Königs Wusterhausen und Zeuthen kam es immer wieder zu Einschränkungen. Trotz der Belastungen erfuhr das Projekt große Unterstützung, da die Vorteile des neuen Tunnels langfristig überwogen. Durch die neue Verbindung konnten nach der Fertigstellung endlich auch Busse, Rettungsfahrzeuge und LKW die Storkower Straße problemlos nutzen. Zudem wurde die Trennung der Stadtteile auf beiden Seiten des Bahnhofs deutlich reduziert.Bedeutung für die Stadtentwicklung
Mit dem Abschluss des Projekts hatte Königs Wusterhausen einen entscheidenden Schritt für die künftige Mobilität getan. Der neue Tunnel verbesserte die Erreichbarkeit der Innenstadt, förderte den Wirtschaftsverkehr und erhöhte die Verkehrssicherheit.
Auch im Stadtentwicklungskonzept spielte die Unterführung eine zentrale Rolle, da sie als „Schlüsselprojekt“ zur besseren Anbindung der Stadtteile und zur Entlastung des Zentrums galt.Fazit
Der neue Tunnel in der Storkower Straße stand sinnbildlich für die Modernisierung Königs Wusterhausens. Nach Jahren der Planung, Bauarbeiten und Sperrungen war ein Bauwerk entstanden, das die Stadt dauerhaft veränderte – funktional, sicher und zukunftsfähig.
Was einst ein Engpass war, wurde zu einer offenen Verbindung, die Königs Wusterhausen näher zusammenführte.